Reiseberichte
Liebe Freunde,
es ist nie normal. Wir waren gut vorbereitet mit wichtigen Hilfsgütern, Medizin und Nahrungsmittel.
Wir haben ein Waisenhaus besucht und hatten u.a. zwei neue mobile Sauerstoffgeräte dabei um Kinder mit Behinderung dauerhaft (auch während der Evakuierung) zu beatmen.
Anschließend sind wir ins lokale Krankenhaus gefahren um weitere notwendige Medikamente und medizinischen Geräte, wie ein Ultraschallgerät abzugeben da diese in der Ukraine nicht verfügbar sind. Im Büro des Chefarztes steht ein Foto von uns, dass mir zeigt, wie stolz und dankbar die Menschen hier für unsere Hilfe sind.
Am Abend haben wir noch eine ländliche perfekt organisierte Schule besucht. Man merkt sofort das der freundliche Direktor ein großes Herz hat und alles für seine Schule macht. Wir haben ihm Sportequipment wie diverse Größen an Basketbällen, Fußbälle vom 1.FC Nürnberg sowie Tischtennisbälle und Schläger geschenkt. Dies war bei unserem letzten Besuch sein größter Wunsch. Zuletzt haben wir noch Fertignahrung (Ready-to-eat), sehr viele Tourniquets (jedes einzelne rettet ein Leben), mobile Akkustationen Ecoflows mit 2 kW (Drohnenüberwachung mit Suchscheinwerfer und Starlink Internetverbindung), Westen, taktische Handschuhe, Rucksäcke und viele anderen benötigten Ausrüstungsgegenstände an das Militär gegeben.
Unser Besuch war überschattet durch die tragische Nachricht des Todes vom Oppositionsführer Alexej Nawalny. Er war die Hoffnung für ein friedliches Russland. Leider war Putin nicht daran interessiert diesen Weg zu gehen und ist verantwortlich für seinen Tod. Möge Nawalny´s Traum einer besseren Welt weiterleben.
Wir sind müde aber mit vielen positiven Emotionen und glücklich gezielt der Ukraine helfen zu können zurückgekehrt.
Wir werden unsere Mission fortsetzen. Vielen Dank für eure/Ihre Unterstützung und Danke an das gesamte Team für die permanente Hilfe. Vielen Dank auch an unser Team „Team UA“ in der Ukraine mit denen wir stets im Kontakt stehen um weiterhin gezielt mit den wichtigsten Gütern helfen zu können.
Zusammen werden wir diese schwere Zeit überstehen und siegen.
Slava Ukraini!
Peace and Love Transports
Liebe Freunde,
wir haben unsere 12.te Reise erfolgreich abgeschlossen. Wieder haben wir sehr viele Nahrungsmittel, Medikamente, Thermoklamotten und andere nützliche Sachen mit Hilfe von Spenden übergeben können. Ebenfalls viele Geschenke für Kinder denen es nicht so gut geht. Herzlichen Dank nochmal.
Auf dem Weg in die Ukraine, hat es uns gefreut zu erfahren, dass die EU-Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Vor allem weil unser Bundeskanzler hier mal Eigeninitiative gezeigt hat.
Bei der Übergabe im Krankenhaus haben wir auch unser mobiles Röntgengerät offiziell übergeben können. Es freut uns sehr, dass wir damit sehr viel für die Gesundheit der Menschen vor Ort beitragen können.
Wir konnten diesmal auch ein Militärbataillon besuchen, dass für den Gräben verantwortlich ist, in der die Soldaten Schutz vor Granatsplitter finden. Hier konnten wir einige Thermosachen übergeben und klären was benötigt wird.
Beim Besuch einer kleinen Schule auf dem Land, konnten wir den Bedarf abklären als auch einige Stifte übergeben. Der Direktor ist bescheidener Mann, der nur wenige Stifte genommen hat. Er meinte, andere benötigen auch welche. Er denkt an andere, so wie alle anderen die wir kennengelernt haben. Sein größter Wunsch ist, ein paar Fuß- und Basketbälle. In der Schule haben wir auch einen Bunker besucht. Ein kleiner Raum mit einigen Bänken. Dieser ist für 120 Kinder und deren Lehrkräfte. Er selbst hat diesen Raum auf Vordermann gebracht, damit es den Kindern gut geht.
Highlight war diesmal ein Treffen mit Mykola Lyushniak. Ein ranghoher Politiker wollte uns kennenlernen und uns für unsere Einsätze danken. Er hat eine kleine Rede für uns vorbereitet: „Deutschland ist das Land, dass in der Ukraine die meisten Menschenleben rettet. Ihr liefert Raketenabwehrsysteme, um die Städte und Infrastruktur zu schützen. Ihr von Peace and Love Transports seid selbst regelmäßig vor Ort und kümmert euch um Hilfsgüter für alle Bereiche. Euer Team, mit allen Helfern und Spender im Hintergrund, ist beeindruckend und wird selbst in Kiew wahrgenommen. Ihr seid alle ein Vorbild für die Welt.“ Uns macht es stolz und froh gesehen werden.
Als Dankeschön haben wir Boxhandschuhe unterschrieben von Vitali Klitschko erhalten. Ich war sprachlos und den Tränen nahe.
Nachdem wir die Bedürfnisse für die nächste Reise abgestimmt haben, ging es wieder nach Hause.
Wir danken von ganzem Herzen allen Unterstützer, Spender, Helfer und vor allem auch den Menschen vor Ort die uns immer herzlich Empfangen und sich um alles vor Ort kümmern. Wir haben was richtig Großes und Gutes geschaffen. Ohne eurer Unterstützung wäre das nie möglich gewesen. Wir retten dadurch viele Menschenleben.
Wir wünschen euch eine gesegnete und besinnliche Weihnachtzeit und möge der Frieden schnell wieder zurückkehren.
Peace and Love Transports
Unsere Körper sind voll Adrenalin, der Sprinter voll Diesel – noch 70 Km und wir sind wieder zurück, zuhause (im sicheren Deutschland).
Liebe Freunde und Unterstützer von Peace and Love Transports: ohne euch wäre das alles nicht möglich!
Wir sind so stolz auf euer Vertrauen in unsere Mission „so lange helfen wie es notwendig ist“.
Schwan Cosmetics hat uns letztes Jahr ein fast hunderttausend Euro teures Heizkraftwerk anvertraut. Nun konnten wir ein mobiles Röntgengerät für die Klinik in Zbarazh/Ternopil bestellen (separater Bericht folgt), und Ihr vielen Helfer unterstützt uns regelmäßig mit großzügigen Spenden, Naturalien und/oder Geld!
Danke – Slava Ukraine!
Es war wie immer, und es ist für uns auf der einen Seite Routine, aber auf der anderen Seite immer aufregend und spannend!
Freunde und das Umfeld mobilisieren, hier vielen Dank an Michael und Oksana!
Einkaufen, die richtigen und wichtigen Lebensmittel und Medikamente (Danke an die Alte Apotheke, Heroldsberg) kostengünstig besorgen. Dann, den uns von Freunden anvertrauten Transporter und Anhänger beladen und losfahren.
Spenden von Freunden, die bei Ihren Festen für uns gesammelt haben, Medizin und Lebensmittel wurden im Anhänger der Firma Lorenz Fensel verstaut und sicher dem Krankenhaus und der Gemeinde übergeben.
Manchmal fehlen uns die Worte über die tolle Unterstützung für unsere Mission – gemeinsam müssen wir weitermachen!
Die Reise
Am Mittwoch, den 11.10. 23, waren wir unterwegs, Einkaufen, Spenden einsammeln und dann Packen. Gewicht und Volumen stellen uns immer wieder vor die Herausforderung alles sicher zu laden und dann gut an die Gemeinde Zbarazh zu übergeben. Hier werden dann die Spenden aufgeteilt, für das Krankenhaus, die Flüchtlinge im Ort und für das Freiwilligen Bataillon an der Front, die dringend auf unsere Lebensmittel und medizinischen Hilfsgüter warten.
Die Fahrt war im Dauerregen bis Mitte Polen sehr anstrengend. Der Sonnenaufgang und die Freude an der ukrainischen Grenze Igor, unseren Ansprechpartner und Freund, zu treffen (der uns wieder durch den Zoll gebracht hat) macht die Strapazen nichtig. Jetzt nur noch 4 Stunden über die Landstraße und wir sind am Ziel unserer Mission – in Zbarazh!
Endlose Felder, Alleen, Dörfer… Irgendwie ist hier alles schön und normal. Wäre da nicht der russische Aggressor, der unvorstellbares Leid verursacht. Das wurde uns wieder schlagartig bewusst, als wir in einem kleinen Dorf die Beerdigung eines jungen Soldaten erleben mussten.
Viele Helfer sind uns beim Ausladen zur Hand gegangen. Die Patienten im Krankenhaus haben uns herzlich umarmt als sie erfahren haben, was wir, mit Eurer Unterstützung, für die Ukraine machen.
Große Freude und Überraschung war die Übergabe eines Ordens von der Gemeinde Zbarazh an uns für die permanente Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Ukraine!
Bei der Rückreise in die EU sind wir jedes Mal fassungslos. Warum müssen die LKW’s 5-7 Tage an der EU Außengrenze warten? Können die polnischen Zöllner nicht etwas schneller arbeiten? Wie soll der Export aus der Ukraine funktionieren, wenn hier alles blockiert wird? Das ist eine wichtige Frage an Ursula von der Leyen!
Slava Ukraine!
Denkt daran, Mitte Dezember fahren wir wieder! Wir vertrauen auf eure Unterstützung!
Peace and Love Transports
Sandy, Fenja, Kerstin, Peter, Tommy und all die vielen Helfer
Liebe Unterstützer, wir sind am Sonntag müde, aber erfolgreich heimgekehrt. Die Fahrt und Grenzkontrollen sind mittlerweile Routine. Wobei immer neue Frage von dem Zöllner kommen. Egal.
Igor hat uns beim Zoll geholfen. Er war wie immer pünktlich da. Ein zuverlässiger Mann. Unterwegs haben wir weniger Militärcheckpoints gesehen als die Male zuvor. Die Felder erstrahlen voller Sonnenblumen, Mais und Weizen. Soweit das Auge reicht. Die Kornkammer der Welt. Wenn das nicht exportiert wird, geht es kaputt und viele Menschen müssen hungern.
Wir hatten vor Ort wieder viele Helfer. Erst haben wir das Essen abgeladen und danach im Krankenhaus die Medizin. Die Patienten waren so angetan, dass sie uns umarmten, weinten und dankten. Fremde Menschen. Anschließend hatten wir noch gute Gespräche mit den Ärzten und unseren Freunden. Die nächste Lieferung ist abgestimmt.
Wir werden dort immer von freudigen Menschen erwarten. Egal ob das Igor oder die Helfer, deren Familien oder Fremde sind. Selbst ein gebrochenes Bein oder eine Operation hat unsere Freunde nicht abgehalten uns zu treffen. Das sind alles einfach nur herzensgute Menschen.
Alle versuchen ihrem Alltag nachzukommen. Jeder Raketenalarm verursacht Angst. Am Tag vor unserer Abfahrt hat Igor Raketen über seinem Haus gefilmt in Richtung Lwiw. Menschen gerieten in Panik wie sie das laute schnelle Pfeifen gehört haben. Jederzeit kann irgendwo was runterkommen. Zum Glück wurden alle 40 Raketen mit Abwehrsystemen aus dem Westen zerstört.
Am Folgetag haben wir uns noch mit dem Bürgermeister Roman getroffen. Danach sind wir nach Hause gefahren. Der Rückweg war geprägt von nervigen Fragen beim Zoll in Polen. Alles andere Routine.
Wir hatten wieder starken Wildwechsel vor der Grenze der gut ausging.
Wir waren jetzt schon 10x da. Dank eurer Hilfe sind wir vor Ort ein maßgeblicher Unterstützer für die Stadt, Krankenhaus, Schulen, Kindergärten oder Militär. Wir werden gesehen. Die Deutschen schenken Hoffnung. Das macht uns stolz.
Am Montag habe ich erfahren, dass ich mit dem Orden für die Unterstützung des Militärs ausgezeichnet werde. Dieser Orden ist vom Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee. Wahrscheinlich weil wir im letzten Sommer sehr viel Essen liefern konnten und die Soldaten so eine Einkesselung von Russen über eine Woche aushalten konnten. Ein Bataillon mit vielen Soldaten hatte nur unser Essen. Dieser Orden ist für uns alle.
Wir sind dankbar über die Menschen, die uns unterstützen, die Freunde vor Ort mit denen wir uns täglich abstimmen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hunderte Freunde haben diese Fahrt wieder möglich gemacht. Die Ukrainer blicken mit Stolz auf uns. Zurecht! Wir alle sind stolz ein solch großartiges selbstloses Umfeld zu haben. Gemeinsam machen wir den Unterschied. Gemeinsam halten wir zusammen, bis die Ukraine wieder frei ist.
Herzlichen Dank
Slava Ukraini
Zum 9ten mal fahren wir nun vollgepackt in die Ukraine. Ein sehr schöner Moment ist der Sonnenaufgang kurz vor der Ukraine. So weiß man, dass es nicht mehr weit ist.
Die Wartezeiten an der Grenze sind jedes mal 2-3 Stunden.
In Zbarash angekommen, haben wir als erstes die Medikamente und medizinischen Güter im lokalen Krankenhaus abgeliefert und den Bedarf für die nächste Reise abgestimmt. Anschließend haben wir die restlichen Hilfsgüter in der Lagerhalle untergebracht.
Am Abend sind wir was Essen gegangen. Nur eine andere Familie hat dort den Geburtstag eines Kindes gefeiert. Sonst war alles leer… Nach ein paar Minuten ist der Opa des Geburtstagskindes zu mir rübergekommen. Er stellte sich vor, umarmte mich und fing das Weinen an. Ich wusste gar nicht wie mir geschieht. Seine Tochter, die sehr gut deutsch kann, hat mir dann gesagt, dass ihr Vater ein freiwilliger Soldat ist. Er ist gerade auf Kurzurlaub in seiner Heimatstadt. Er ist ein gebildeter Mann, der nur in den Krieg gezogen ist, um seine Enkelkinder vor der Unterdrückung zu bewahren, die er erlebt hat. Er hat uns gesehen und durch viele Berichte gleich erkannt. Er wollte uns gar nicht mehr loslassen. Ein mutiger, gestandener Mann…
Im Sommer 2022 haben wir sehr viele Nahrungsmittel geliefert. Igor Dmytryshyn hat diese mit seinem Team aus Freiwilligen an sein Bataillon geliefert. Kurze Zeit später wurde dieses von dem Besatzer umzingelt. Sie konnten nicht mehr versorgt werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Bataillon aufgeben muss und in Kriegsgefangenschaft gerät oder schlimmeres. Sie konnten aber eine Woche ausharren, weil sie genug Vorräte von uns hatten. Anschließend konnten sie sich wieder befreien. 400 Mann hatten eine Woche nur Essen von uns.
Er dankt uns allen vom ganzen Herzen für unsere permanente Hilfsbereitschaft und freut sich schon darauf uns alle in Nürnberg mal kennen lernen zu dürfen.
Menschen wie er stellen sich dem Aggressor und verteidigen nicht nur unsere Werte, sondern auch unsere Außengrenze. Wir als Peace and Love Transports werden allen Ukrainer auch weiterhin unsere Hilfe anbieten.
Möge er gesund und in Frieden wieder heimkehren.
Slava Ukraini
Am Freitag den 24.2.23 sind wir zum 8.ten Mal in die Ukraine nach Zbarazh/Ternopil aufgebrochen, Vollgepackt mit Spenden, lebensnotwendigen Medikamenten, Lebensmitteln und vielen weiteren Hilfsgütern.
In Zbarazh, 250 km nach der ukrainisch-polnischen Grenze, wurden wir von unseren inzwischen liebgewonnen Freunden sehnsüchtig erwartet und mit offenen Armen empfangen.
Unser Aufenthalt war diesmal mit dem Besuch im Krankenhaus verbunden, in dem uns die leitenden Ärzte durch das Gebäude geführt haben und die offensichtlichen Missstände ins Auge fielen. Das Krankenhaus ist mit Uralt-Technik aus der Sowjet Zeit ausgestattet.
Die Fenster in den OP-Räumen waren komplett mit Holz oder dicken Planen verschlossen, um die Patienten bei eventuellen Angriffen vor Glassplittern durch die Druckwelle zu schützen.
Um hier zu helfen, planen wir bereits unsere nächste Fahrt.
Neben speziellen Medikamenten wird medizinische Ausstattung, vom Kreißsaal bis zum Operationssaal, vom Defibrillator bis zum Sterilisator benötigt.
Vielleicht kann uns jemand weiterhelfen und hat einen guten Rat?
Es ist uns ein großes Anliegen die Dankbarkeit, die wir vor Ort erfahren durften, von ganzem Herzen an Sie weiterzugeben und hoffen weiterhin auf Ihre, in erster Linie – finanzielle Unterstützung.
Danke insbesondere auch an das Wochenblatt!
Ohne die regelmäßige Berichterstattung wären viele Helfer gar nicht auf uns aufmerksam geworden.
Der Aufruf hat uns nicht nur viele private Spenden beschert, sondern auch dazu beigetragen, weitere Unternehmen (neben Schwan Cosmetics) für unser Projekt zu gewinnen.
Slava Ukraine!
Peace and Love Transports
(gemeinnütziger Verein)
Peter Will und Tommy Gottwald (Vorstand)
Petra und Micha als weitere Fahrer
Und alle lieben Helfer und Spender
PS: Als wir den Bericht Sonntagnacht verfasst haben waren wir noch 400km von Heroldsberg entfernt (Ankunft 3h am Montag früh). Mit an Bord war ein ukrainisches Paar mit kleinem Kind die wir nach Deutschland in Sicherheit bringen konnten.
Zum 7.ten Mal sind wir in den letzten 10 Monate in die Ukraine gefahren.
Diesmal hatten wir das mobile Heizkraftwerk von Schwan Cosmetics als auch sehr viel Thermounterwäsche (finanziert durch eure Spenden) und von Maier Sports sowie Medizin dabei. Mit dem Heizkraftwerk wird man eine Schule mit 600 Kinder mit Heizkraft versorgen. Herzlichen Dank für das Vertrauen in Peace and Love Transports und unsere Mission
Wir haben einige intensive und emotionale Tage gehabt…
Wir mussten als erstes sehr kurzfristig ein passendes Auto finden, dass einen 3,5 Tonnen schweren Anhänger ziehen darf. So schwer wie es klingt haben wir aber in kürzester Zeit jemanden gefunden der uns einen Toyota Geländewagen bereitgestellt hat. Am Tag der Abfahrt standen ummelden, Pressetermin und feierlichen Übergabe von als auch Zoll an. Dank der Hilfe von einem guten Freund haben wir umgehend einen Termin zum ummelden bekommen. Am Abend haben wir uns auf die 1.400km lange Reise gemacht.
Wir sind gut durchgekommen, doch an der uns bekannten Grenze Hrebenne hat man uns abgelehnt da dort nur LKWs abgewickelt werden. Also mussten wir zu einem anderen Grenzübergang fahren. Unser Freund Igor hatte bereits in der Transitzone gewartet.
An dem anderen Grenzübergang haben wir dann trotz bevorzugter Behandlung wegen Hilfstransport über 10h warten müssen. Demnach sind wir erst kurz vor Mitternacht nach über 28h in Zbarash angekommen.
Dort sind wir herzlichst von Igors Bruder Юрій Дмитришин, als auch seiner und Igors Familie, Олег Хрипливий und Роман Полікровський empfangen worden. Nach einem leckeren familiären Abendessen ging es im Hotel ins Bett.
Am nächsten Tag haben wir als erstes in der Schule dem Heizer (ja das ist ein Beruf) das Kraftwerk erklärt als auch der Rektorin Stifte von übergeben. Anschließend hat sie uns ein Video gegeben, dass sie vor kurzem mit den Kinder im Bunker während Raktenalarm zeigt. Was hilft ist singen meinte sie.
Danach ging es zum Bürgermeister ins Büro um den Papierkram zu erledigen. Bei seiner anschließenden Dankesrede (die ich leider nicht ganz verstanden habe) sind bei unseren Freunden und uns die Emotionen durchgegangen. Er meinte man kann über den Erfolg unsere gesamte Geschichte einen Film drehen. Es ist so unglaublich das einem die Worte fehlen.
Danach haben wir das Auto abgeladen und sind Mittagessen gegangen. Während des Essens gingen dann die Alarme los. 17 russische Bomber sind in die Ukraine geflogen. Das ganze Land im Luftalarm.
Wir haben uns dann gleich auf den Rückweg gemacht. In der Nachbarstadt angekommen bimmelten unsere Handys. Eine russische Rakete wurde über unserer Stadt abgeschossen und in unserer nächsten Stadt Lwiw wurde ein Gebäude der zivilen Infrastruktur zerstört.
Wir waren froh wie wir wieder an der Grenze waren. Nach drei Stunden waren wir wieder in Polen.
Da sich kein Flüchtling bei uns gemeldet hat haben wir die Möglichkeit ausgenutzt bei Auschwitz ein Hotel zu buchen um am nächsten Tag die Gedänkstätte zu besuchen. Jeder von euch kennt den Ort und die Geschichten des schlimmsten Verbrechens der Menschheit. Das passiert wenn es Unterdrückung gibt. Und genau dagegen kämpfen unsere Freunde aus der Ukraine. Auch für uns. Männer schmeißen ihren Job hin um für die Freiheit ihrer Kinder und Enkelkinder zu kämpfen. Nichts anderes.
Am späten Abend waren wir dann wieder in Nürnberg.
Die letzten Tage waren eine Achterbahn der Gefühle.
Man fragte mich ob ich Angst hatte. Nicht wirklich. Durch die Gelassenheit von Igor und seiner Familie beim Mittagessen trotz Raketenalarm hat man uns die Angst genommen. Sie meinten nur, dass das so schon seit fast einem Jahr ist und man sich daran gewöhnt.
Der Wille helfen zu wollen und Gutes zu tun lässt uns nicht unvorsichtig werden sondern objektiv und dem nötigen Respekt an die Sache ran gehen. Unser Risiko ist sehr gering im Vergleich zu dem was die Menschen vor Ort täglich erleben.
Alles was wir bisher erreicht haben basiert auf Vertrauen und Beziehungen um Hilflosigkeit in Hoffnung umzuwandeln. Die Menschen vor Ort kennen und bewundern uns alle. Sie können immer nicht wirklich glauben was wir hier gemeinsam geschaffen haben. Ihr Respekt und Dankbarkeit kennt keine Grenzen. Dabei sind wir nur Menschen die aus der schrecklichen Geschichte gelernt haben um dieser unseren eigenen Stempel aufzudrücken und Zeichen zu setzten! Gemeinsam werden wir diese schlimme Zeit überstehen und eines Tages den Frieden feiern.
Ganz herzlichen Dank an alle Fahrer, Spender, Helfer, Unterstützer, Freunde die ihre Autos bereit stellen, Freunde die uns bei speziellen Herausforderungen helfen, Freunde die unsere Geschichte erzählen und vor allem Freunde die uns vertrauen. Wir sind mehr!
Slava Ukraini
Peace and Love Transports macht weiter!
Unser 6te Reise ist erfolgreich zu Ende gegangen. Diesmal sind wir das erste Mal bis weit in die Ukraine gefahren. Um genau zu sein bis nach Zbarash in die Region Ternopil.
Der Weg war unglaublich anstrengend. Kälte, Schnee und Eis. 24h Fahrzeit hin und 24h wieder zurück.
Wie ist es in ein Land zu fahren, dass gerade von einem russischen Diktator tyrannisiert wird?
Ein Land im Krieg zu erleben ist ein seltsames Gefühl. Das Leben geht hier unter erschwerten Bedingungen weiter.
Straßen sind gerade schneebedeckt und der Räumdienst verrichtet seine Arbeit. Menschen gehen einkaufen und zur Arbeit.
Alles, was mit Strom funktionieren muss, läuft über Generatoren. Alles andere nur wenn Strom da ist. Nachts durch die Städte und Dörfer ohne Strom zu fahren ist komisch. Keine Ampel, keine Beleuchtung auf der Straße oder in Wohnhäuser. Kaum einer ist nachts zu Fuß unterwegs. Es wirkt alles tot obwohl überall die Menschen leben. Man merkt gar nicht ob man in einem Dorf oder auf der Landstraße ist. Es ist nur dunkel.
In Zbarash angekommen, haben wir alles in einer Lagerhalle abgeladen. Viele Helfer standen bereit, um zu helfen. So ging das Ganze recht schnell. Anschließend sind wir was Essen gegangen und haben die Familien unserer neu gewonnen Freunde kennengelernt. Wir hatten viele tolle Gespräche, bis wir müde ins Hotel gefahren sind.
Im Hotel angekommen, mussten wir feststellen, dass dieses kein Strom hat. Kein Licht, keine Heizung, kein Warmwasser, keine Spülung, keine Dusche…. Aber dafür eine Extradecke, damit wir bei eisigen Wintertemperaturen nicht frieren. Ganz komisch zu sehen, wie abhängig wir vom Strom sind. Alles muss man planen .
Am Morgen hatten wir Strom. Schnell Handy und Funkgeräte laden. Dann wollte ich duschen. Aber es gab nur ganz heißes Wasser. Kein Kaltwasser und den Gang zur geht nur mit einem voll Wasser zum Spülen.
Wir haben eine große Schule besichtigt. Jede Schule hat noch aus Zeiten des kalten Krieges Bunker. Diese sind regelmäßig im Einsatz, wenn landesweite Raketenalarme ausgelöst werden. Am Freitagmorgen war erst Raketenalarm. Die Raketen haben wohl in der Nachbarstadt (17km) irgendwas mit der Stromversorgung zerstört.
Die Kinder sind während des Unterrichts schnell in den Bunker der Schule gegangen. In der Pause basteln die Kinder Tarnnetze aus alten Klamotten für die Soldaten.
Heute haben wir einen Alarm erlebt. Aber wir waren gerade geschützt in einem Gebäude. Nachdem wir noch das formelle mit dem Bürgermeister geklärt haben, sind wir wieder zurückgefahren.
Alle paar Kilometer sieht man Panzersperren bereitliegen oder Schutzanlagen für das Militär. Vereinzelt auch Checkpoints des Militärs.
Der LKW-Stau in die Ukraine war 10km und nach Polen 30km lang.
Wir bleiben dran und werden ab jetzt immer in die Ukraine fahren, um Hilfsgüter abzugeben.
Slava Ukraini
Liebe Freunde,
Die Augen sind immer noch klein und wir sind ziemlich erschöpft. Aber das gute Gefühl geholfen zu haben entschädigt alles. Wir konnten auf unserer 5.te Reise wieder mal zeigen, dass wenn man die richtigen Freunde hat, Großes erreichen kann.
Eine Idee
5 Fahrten
9 Fahrer
16 Tonnen Hilfsgüter
12 Flüchtlinge
Hunderte Helfer und Spender
= unzählige glückliche Gesichter
Wir konnten die gesamten Hilfsgüter unbeschadet in der Ukraine abgeben. Unser Ansprechpartner Ігор Дмитришин war wie immer zuverlässig mit Helfern vor Ort um unsere Ware entgegen zu nehmen. Er ist auch derjenige der dafür sorgt, dass alles kostenlos und unbeschadet dort ankommt, wo es benötigt wird. Ein ganz starker Mann!!
Uns konnte Müdigkeit, Wildwechsel (Rehe sind auf der Landstraße plötzlich vor unsere Autos gesprungen, aber wir konnten rechtzeitig eine Vollbremsung machen), defekt an einem Anhänger und 6h Wartezeit an der Grenze nichts anhaben. Wir sind gestern Mittag gut am Hauptbahnhof Nürnberg mit zwei Damen und einem Mädchen angekommen. Hier dachten wir das endlich alles vorbei ist aber leider haben wir nicht mit der Deutsche Bahn Personenverkehr gerechnet. Kostenlose Bahntickets gibt es aktuell nur, wenn die Flüchtlinge an der deutschen Grenze gleich in den Zug einsteigen. Also mussten wir ein Zugticket kaufen. Bei einer Dame wäre der Zug kurz nach Ticketkauf gefahren. Also haben wir sie schnell zum Gleis gebracht und dort stand, dass der Zug ausfällt. Ich glaube ich wäre vor Wut fast explodiert. Ich kaufe ein Ticket am Schalter, laufe zum Gleis und der Zug fällt aus… nochmal zum Schalter. Zum Glück haben wir ein flexibles Zugticket gekauft. Beim neuen Reiseplan musste sie jetzt mehrmals umsteigen und einen ganz anderen Weg fahren. Wie soll das jemand kapieren der keinen Plan hat wie das hier funktioniert und die Sprache versteht?! Gestern am späten Abend sind unsere Gäste dann alle an ihren Zielorten gut angekommen. Das ist das Wichtigste!
Alle die uns, egal in welcher Form geholfen haben, schenken Hoffnung. Jeder von uns ist ein Multiplikator dieser großen Mission. Eure Großzügigkeit wird nicht nur in der Stadt Zbarasch sondern auch bei all den verzweifelten Menschen gesehen denen wir helfen durften. Wir 4 sind nur dir ausführende Kraft. Ihr seid unser Team im Hintergrund. Wir sind nur so stark, weil wir so starke Freunde im Hintergrund haben. Herzlichen Dank!!
Mit großem Stolz haben wir, stellvertretend für euch alle, weitere Dankesurkunden und Danksagungen entgegengenommen.
Die Verzweiflung und Dankbarkeit der Ukrainer geben uns Kraft diese Strapazen zu überstehen.
Wir werden nicht müde zu helfen! Wir ziehen das durch, solange es notwendig ist.
Slava Ukraini